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nichts hinausbringen.  Wenn wir
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                                                                                 so wollen wir uns damit begnü-
                                                                                 gen.  Denn  die  reich  werden  wol-
                                                                                 len, die fallen in Versuchung und
                                                                                 Verstrickung und in viele törichte
                                                                                 und schädliche Begierden, welche
                                                                                 die Menschen versinken lassen in
                                                                                 Verderben und Verdammnis. Denn
                                                                                 Geldgier ist eine Wurzel alles Übels;
                                                                                 danach hat einige gelüstet und sie
                                                                                 sind vom Glauben abgeirrt und
                                                                                 machen sich selbst viel Schmerzen.
                                                                                 Aber du, Mensch Gottes, fliehe das!
                                                                                 Jage aber nach der Gerechtigkeit,
                                                                                 der Frömmigkeit, dem Glauben,
                                                                                 der Liebe, der Geduld, der Sanft-
                                                                                 mut!“

                                                                                 Zu diesem Wort Gottes sage ich
                                                                                 gerne Ja mit klarem Nein mir
                                                                                 selbst gegenüber, wo es nötig ist!
                                                                                 Und Jesus ist hier mein großes
                                                                                 Vorbild!
                                                                                 Er hat Nein zu sich selbst gesagt
                                                                                 in seiner Hingabe am Kreuz –
                                                                                 geliebte Menschen losgelassen,
                                                                                 Folter, Schmerzen und Schmä-
                                                                                 hungen erduldet und letztlich
                                                                                 – für mich immer noch ein fast
        Verzicht auf Sich-Sorgen                                                 nicht begreifbares  Tun, sein

                                                                                 Gottsein aufgegeben, war für Se-
                                                                                 kunden nur noch Mensch: Sein
                                                                                 Schrei am Kreuz, als er nicht Va-
                                                                                 ter, sondern „Mein Gott“ schrie
        Es ist schon über vierzig Jahre     Damals hatte ich noch keine          und dadurch ganz Mensch war,
        her, dass meine Frau und ich ein-   persönliche Beziehung zu Gott.       „nur Mensch“. Da zerriss der
        mal ziemlich ratlos in einer gro-   Dennoch setzte ich diesen Gro-       Vorhang, der uns trennte, und
        ßen Bahnhofsvorhalle standen.       schen in der Not mehr mit Gott       die  Tür zur Liebe Gottes steht
        Wir mussten dringend telefo-        in Beziehung als mit dem Zufall,     jetzt für alle offen!
        nieren, aber wir hatten all unser   und natürlich freuten wir uns da-    „Jesus aber schrie noch einmal mit
        Geld  ausgegeben.  Wir  besaßen     rüber, dass wir nun telefonieren     lauter Stimme. Dann hauchte er
        nur noch zehn Pfennige und da-      konnten.                             den Geist aus. Und siehe, der Vor-
        mals kostete ein Anruf von einer    Dieses Erlebnis gehört für mich      hang riss im Tempel von oben bis
        Telefonzelle zwanzig Pfennige.      neben weiteren zu den Schlüssel-     unten entzwei.“ (Mt. 27, 50-51)
        Handys gab es noch lange nicht.     erfahrungen, die mir zeigen, dass
        Plötzlich rannte ein Mann quer      Gott unser Versorger sein will.      Er sorgt für mich.
        durch die Halle an uns vorbei
        und es machte pling. Wir muss-      1. Timotheus 6ff: „Ein großer        Soweit kurz, mehr zum Thema
        ten uns nur bücken, um die          Gewinn aber ist die Frömmigkeit      „Umgang mit Sorgen“ gibt es in
        Münze aufzuheben, die ihm aus       zusammen mit Genügsamkeit.           ge|halt|voll 2.1
        der  Tasche gefallen war. Genau     Denn wir haben nichts in die Welt
        10 Pfennige.                        gebracht; darum können wir auch



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